Rain???


Summary: morning surprise: rain! The rainy season is supposed to start in one month! After 2 hour waiting, I departed from Tanga. The day saw sunny periods and strong rain showers, according to the locals this is not normal. On acceptable to good roads I reached the beautiful Usambaramountains where I looked for accommodation, but due to pouring rain and slippery and muddy tracks I turned around and stayed in Lushoto.

Heute morgen gab es eine Überraschung: Es regnete! Und zwar nicht nur ein bißchen. Ab und zu liess es etwas nach, um dann wieder loszuprasseln. Ich liess mir viel Zeit und hoffte darauf, dass es schon bald aufhören würde. Tat es aber nicht. Ich suchte mir also meine Regenklamotten raus. Ich hatte meinen Regenkombi zuhause gelassen und nur die leichtere Fahrradregenjacke und –hose mitgenommen. An der Rezeption  war man auch erstaunt, dass es so früh regnete, normal beginnt der Regen erst im November. Kurz nach 11 fuhr ich erst los.

Auf den Strassen war niemand unterwegs, kein Wunder, wenn es aus Kübeln schüttet. Ich entschied mich in Tanga noch zu tanken, obwohl erst 210 km gefahren waren.  Wie erhofft hörte es 10 km nach Tanga zu regnen auf, die XBR brummte dahin und ich traute mich sogar mal 100 km/h zu fahren.  Kurz darauf passierte ich eine Polizeikontrolle, die sogar mit einer Laserpistole bewaffnet war.

Die Strasse war in einem ausgezeichneten Zustand, was sich ber änderte, als ich bei Segara auf die Strasse in Richtung Kilimandscharo abbog. Im Prinzip auch noch ganz gut, nur um die enormen Schlaglöcher musste man irgendwie geschickt herumkommen.  Bald kam ich zu dem ersten Ausläufern der Berge und die Aussichten wurden hübscher. Ab und zu gab es wieder einen heftigen Regenschauer.

Die Hügellandschaft war sehr schön und leider schafft man es wie so oft nicht rechtzeitig anzuhalten um Fotos zu machen. Rechts und links der Strasse wurde es wieder lebhafter und die Horden von Schulkindern (adrett gekleidet) liefen nach Hause. Irgendwann schien wider die Sonne und es wurde mir zu warm Ich sah ziemlich lustig aus, ein rasendes Marsmännchen mit gelbfluoreszierender Regenjacke und dem gleichfarbigen Helm.  So überraschend wie für mich ein Albino, der am Strassenrand entlang lief.

Ich fuhr in der Ebene entlang, aber rechts von mir taten sich die Usambaraberge auf. Da ich heute nicht weit fahren musste, sollten sie mein Tagesziel sein. Im Mombo fuhr ich erst mal an der Abzweigung vorbei, da das Strassenschild am Boden lag. Die Strasse schlängelte sich die Berge hoch und die Ausblicke waren trotz des bewölkten Wetters sehr schön.

Ich beließ es beim dahintuckern und kam an blaublütigen Bäumen vorbei, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Bald darauf fing es wieder zu regnen an, wenigstens hatte ich meine Überschuhe angelassen, der Rest sollte einigermassen wasserdicht sein.

Bald darauf kam ich im 1200m hoch gelegenen Lushoto (zu deutschen Kolonialzeiten: Wilhelmstal) an. Es war sogar mal angedacht, es zur Hauptstadt der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu machen. Fragt sich nur: warum eigentlich? Vielleicht weil es hier oben ist es angenehm kühl ist. Ich machte mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Einiges war ausgeschildert und 10-15 km noch entfernt. Bald hörte die Teerstrasse auf und wurde von einer rumpeligen Piste abgelöst. Na gut, ohne den täglichen Schotter scheint es nicht zu gehen. Da wäre kein Problem gewesen, aber nach 8 km fing es zu regnen an, zuerst leicht und später heftig. Als ich auch noch den schützenden Wald verlassen musste und sie Strasse lehmig und sehr glatt wurde, beschloss ich umzudrehen und mir etwas unten im Ort zu suchen. Also das ganze wieder zurückgehoppelt. Mittlerweile regnete es auch in Lushoto und die Strasse zu einer Lodge mit (prinzipiell) guter Aussicht wäre auch nur über 6 km Lehmpiste zu erreichen gewesen. Also auch abgehakt. Das nächste war das Lawn‘ Hotel, in dem ich ein einfaches, aber sauberes Zimmer bekam. Zuvor legte ich noch die XBR im Stand ab, da ich beim Absteigen ausrutschte. Die Alukiste ist aber ein guter Hebel und ich bekam sie trotz des hohen Gewichtes gleich wieder aufgerichtet. Im Hotel sind auch mehrere britische Familien, die in Zelten übernachten. Für Lebhaftigkeit ist also gesorgt. Im Augenblick schreibe ich mit Ausblick über die Bergwälder.

Bilder laden dauert heute leider zu lange mit dieser Internetverbindung! 😦

Advertisements

Rough tracks in Tansania


Summary: Late departure from hotel; crossing Mombasa with lively traffic; ferry boat trip to the other side of Mombasa; good road through green and hilly landscape to the border; border post reminded me that I had no insurance for Kenia, asked me to invite him for a snack; friendly chat in the shade drinking yoghurt; also quick processing at Tansanian side; 65 km of “rough road” ahead of me; good gravel road, bumpy rocky road and closed, but passable tarmac road. After 65km and a lot of dust I had enough and stopped in Tanga at the cost.

Heute morgen war ich zu faul, um schon um halb acht aufzustehen.  Eine ganze Stunde lang brauchte ich um aus der Heia zu kommen. Noch gepackt und zum Frühstücken mit Blick auf den Ozean. Ich war richtig im Bummelmodus, aber ich wusste ja, dass es heute nicht um grosse Entfernungen ging. Ich machte die XBR reisefertig und eine chinesische Familie war ganz von ihr angetan, vor allem als sie den 300.000+km Aufkleber auf dem Tank entdeckten.  Die D amen an der Rezeption konnten es gar nicht fassen, als ich als heutiges Reiseziel „Tanga“ in Tansania angab. „Damit?“ meinten sie und deuteten auf die Honda. „Na klar“ meinte ich und fügte an „und am Ende bis Namibia“. Das überstieg ihre Vorstellungskraft völlig. „Gibt es überhaupt Strassen dahin?“

Erst im letzten Augenblick schlüpfte ich in die Textilkombi und fuhr gleich los. Erst ging es wieder nach Mombasa hinein. Die Entfernungen waren nicht so gross, aber der Verkehr sehr dicht. Es wurde heiss, ohne den Fahrtwind wird man weichgekocht. Aber wie gesagt, diese Art von Gewusel macht mir nicht viel aus und bald kam ich an die Fährstelle. Mombasa wird von einem Meeresarm geteilt, und um ans andere Ufer zu kommen, braucht man die Fähre. An der Zahlstelle wurden 50 Shilling von mir verlangt, die ich aber leider Gepäck verstaut hatte. Ich bot also einen 1$ Schein an (~100 Shilling), der aber verwirrt abgelehnt wurde. Also erstmal geparkt, Shillinge rausgekramt und dann gezahlt.

Ferry boat in Mombasa

Am Kai war richtig was geboten: eine riesige Videoleinwand mit Beschallung aus der gerade folgendes lief:

www.youtube.com/watch?v=oUMwu_gXK7Q

Bald kam die nächste Fähre und  bald war ich auf der anderen Seite. Erst gab es noch viel städtisches Gewusel, aber nach und nach nahm die Bebauung ab und bald war ich auf der Landstrasse unterwegs. Die Strasse war sehr passabel und so steigerte ich meine Reisegeschwindigkeit auf 90 km/h. Nach einer Stunde wurde die Landschaft etwas hügeliger.

Landscape in southern Kenia

Bald kam ich zur Grenze und watschelte ins Zollhäuschen, um mein Carnet de passage abstempeln zu lassen. Der Beamte war sehr enttäuscht, dass ich nur so kurz in Kenia geblieben war und fragte ob mir das Land nicht gefallen habe.  Neinneinnein, natürlich nicht beeilte ich mich zu versichern.

Ein paar Meter weiter musste ich zur Passkontrolle. Der Beamte schrieb alles auf und fragte nach meinem Versicherungsnachweis. Ups! Da fiel mir ein dass ich meine grüne Versicherungskarte zuhause gelassen hatte. Aber die hätte sowieso keine Gültigkeit hier. Hätte ich mich um eine kenianische Versicherung kümmern sollen? Ich erwartete Ärger. Ich erklärte das deutsche Prinzip der Zulassungspapiere und der automatischen Versicherung und das schien er zu verstehen. Trotzdem erkannte er dass ich in Kenia praktisch ohne Versicherung unterwegs gewesen war.

Special insurance confirmation, issued by Kenian border post:" he owns German insurance valid for the whole world".

Er schrieb mir dann eine sehr eigenwillige Versicherungsbestätigung, „gültig für die ganze Welt“. Anschließend, die Formalitäten waren abgehakt, fragte er mich ob ich ihn zum Essen einladen wolle. Als ich nur ratlos dreinschaute, meinte er ein Snack würde reichen und natürlich nur wenn das OK für mich wäre. Na ja, ein kleiner Happen wäre ja nicht schlecht, es war ja Mittagszeit.

Er zeigte mir einen Kiosk, wo es aber nicht viel gab. Ich besorgte zwei Trinkjoghurts, die wir dann am Grenzposten im Schatten schlürften. Es war ja auch nichts los. Dazu noch ein nettes Schwätzchen. Nach ein paar Kilometern kam ich zur tansanischen Grenze, dort war deutlich mehr los. Die Formalitäten waren schnell erledigt und diesesmal erkundigte ich mich nach einer Versicherung. Nach einiger Zeit erhielt ich die Auskunft, dass es hier nicht möglich wäre, eine Versicherung abzuschliessen, ich sollte es in Tanga probieren. Ich erhielt noch die Information, dass von nun die „rough road“ beginnen würde. 65 km lang. Die Chinesen bauen an der Teerstrasse, die ist aber noch nicht fertig. Ich war geistig darauf vorbereitet und schon gings los.

"Rough road" from border to Tanga

Die Strecke bewegte sich zwischen gutem Schotterbelag und felsigem Gehoppel. An manchen Stellen war die Teerstrasse bereits fertig und ich konnte diese Stellen im Gegensatz zu den Autos befahren, da ich um die Barrieren (Steine, Bäume) herumfahren konnte. Mit einer Boxer-BMW wäre das nicht gegangen. Teilweise war es etwas haarig, z.B. als ich vor dem Bulldozer durch zwei frisch aufgeschüttete Sandhügel mich graben musste. Man muss sich nur trauen und mit Schwung  durch oder über das Hindernis. Die Krümmer wirken hier als eine Art Motorschutz, einmal brauchte ich einen zeiten Anlauf und mehr Schwung, um über das Hindernis zu kommen.

In case you didn't remember...

So wechselte es also zwischen Hoppelpiste und Teerstraße und das kostete schon etwas Kraft. Nach zwei Stunden traf ich endlich in Tanga ein. Ich hatte zwar vorgehabt, noch etwas weiter nach Süden zu fahren, aber mein Bedarf an Gehoppel war erfüllt.

Ich suchte mir ein einfaches aber sauberes und günstiges Hotel (18$), besorgte mir Landeswährung und war froh, aus den durchgeschwitzten Klamotten zu kommen. Obwohl ich an der Küste bin gibt es hier keinen Meeresblick, aber auf der Herfahrt konnte ich schon mal den Ausblick geniessen.

Sea views in Tanga

Da das Mittagessen wieder mal ausfiel, freue ich mich um so mehr auf das Abendessen.

 

Jambo!


Summary: Sitting under palms at the beach; flights were OK without problems; attitude switched to ‚relax‘ mode; no probs at immigration and customs; cargo company asked for 240$ for custom fees (18$), warehouse storage (94$) and their services; in the end bargained down to 180$. Bike had arrived well, driving conditions would be shocking for most European drivers, but OK for me. Fuel stop and finally pre-booked hotel located (no road signs). Chilling at the beach. Prepared for moskitos. Waiting for dinner, hungry.

Schöne Grüße vom Indischen Ozean, ich sitze gerade unter Palmen am Strand und lasse den Tag noch einmal Revue passieren.

Kenya Bay Hotel beach, Mombasa

Gestern ging es also zuerst nach München. Da sich das Boarding verzögerte, hob die Maschine mit einiger Verspätung ab. Es wurde dann beim Umsteigen in München etwas knapp. Bepackt mit Motorradjacke und -hose, Helm und dem kleinen, aber schweren Rucksack hastete ich zum Gate. In der Hektik riss mir auch noch der Riemen des Rucksacks (Himmiherrschaftzeitnzäfix!!!), ich schaffte es aber noch rechtzeitig in den Flieger. Dort konnte ich wieder etwas abkühlen, denn im Zubringer funktionierte die Lüftung nicht richtig und ich schwitzte wie….in Afrika. Die Nacht im Flieger nach Mombasa war etwas kurz und an richtigen Schlaf war natürlich nicht zu denken, bestenfalls etwas dösen. Morgens wurde die erfolgreiche Landung von den Pauschalurlaubern eifrig beklatscht und schon traten wir in die warme Schwüle des kenianischen Morgens. 25 Grad um 8 Uhr morgens, aber eine Luftfeuchte, an die ich mich erstmal gewöhnen muss. Der Flughafen ist relativ klein und wenn auch noch zwei Maschinen kurz hintereinander landen, dann ist die Schlange an der Passkontrolle entsprechend lang. Erstmal auf „relax“ Modus umschalten, ich glaube dass ist eh die richtige Strategie für Afrika. Hinsetzen, den Schweiss laufen lassen und warten bis die lange Schlange sich verflüchtigt hat. Dann ein Transitvisum beantragen. Durch die kurze Zollkontrolle und gleich zum Bankautomat. Komisch, der funktioniert nicht. So ein Zufall, gleich daneben ist die Wechselstube…

Ich erkundigte mich am Infoschalter, wo ich mein Gepäck aufbewahren könnte. Das ging freundlicherweise in einer Abstellkammer, die abgesperrt wurde. Ein Taxifahrer wurde mir vom freundlichen Beamten auch besorgt. Wie sich nachher herausstelle, sind es bis zum Frachtterminal nur 60m Luftlinie, man muss aber mangels einer Verbindung einen weiten Bogen fahren. Dort angekommen wurde ich von zwei John und John bereits erwartet, die sich als örtliche Vertreter der Cargofirma um mich kümmern würden. Ich stellte fest, dass ich alles dabei hatte, bis auf den Reisepass der noch in der Jacke in der Abstellkammer war. Argh! Kein Problem, mit einem Kleinbus ging es zurück zum Flughafen, wo ich auch das ganze Gepäck mitnahm. Zurück im Frachtterminal wurde erstmal mit John etwas hin- und hergelaufen. Schlielich landeten wir im Büro von Joshua, dem Vertreter der örtlichen Cargofirma, wie sich später herausstellte. Nach einigen Floskeln ging es auch bald zur Sache. Einige Rückfragen später hatte ich auch einen Überblick. 18 $ Gebühr für den Zoll, das hörte sich gut an. Aber Moment. Er wollte plötzlich 240 $ haben. Oha! Auf diese Größenordnung war ich schon vorbereitet, es kam aber trotzdem etwas plötzlich. Zu den 18$ für den Zoll kamen noch 94$ für den Betreiber des Lagerhauses (Kenian Airlines), Festpreis. Nicht schlecht für 100m Transport übers Flugfeld in das Lagerhaus. Was nun noch hinzukam, war die Gebühr für die Cargofirma, also das Erledigen der Zollformalitäten, carnet de passage, Lagergebühren, Taxifahrt und den Papierkram. Ich hatte mit 150$ angefangen, wir aber aber schnell klar, dass es mit nur 38$ für die Firma nicht reichen würde. Schließlich trafen wir uns bei 180$. John war eine gefühlte Stunde damit beschäftigt, alles zu besorgen und währenddessen erörterten Joshua und ich die weltpolitische Lage, auch im besonderen Kontext Afrikas. Ich erkundigte mich nach dem Engagement der Chinesen in Kenia und Ostafrika und bekam eine sehr kompetente Analyse. Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, als er plötzlich auf die Eurokrise und das Siechtum Griechenland schwenkte. Auch Afrika ist im Bilde.

Endlich war alles erledigt und ich musste im Lagerhaus den Empfang der XBR bestätigen. Da stand sie und alles war noch dran. Ich packte in aller Ruhe alles auf, nur nicht zu schnell bewegen, der Schweiß rinnt. Umringt war ich dabei von 10 -15 Angestellten, die mein Treiben interessiert verfolgten, besonders das GPS hatte es ihnen angetan. Endlich war ich fertig und wollte starten, aber der Anlasser rührte sich nicht! Ach Mist, die Batterie war ja noch abgeklemmt. Ich verzichtete angesichts des rinnenden Schweißes auf Handschuhe und Textilhose, verabschiedete mich und fuhr los. Ich habe von Kenia nur eine Basiskarte auf dem GPS, aber schnell stellte sich raus, dass sehr viel mehr Strassen eh nicht existieren und als ganz grobe Orientierung reicht es, Strassenschilder sucht man vergebens.

Der Verkehr verdichtete sich zusehends, alles rennt über die Strasse, Blinker existieren, werden aber nicht benutzt. Immerhin werden rote Ampeln respektiert. Lastwagenfahrer haben prinzipiell Vorfahrt, vor allem wenn sie auf Deiner Spur den Überholvorgang durchziehen. Na ja, einfach etwas vorsichtiger fahren ohne den rückwärtigen Verkehr aufzuhalten (auch nicht gut). Ich komme damit gut klar, es erfordert halt die volle Aufmerksamkeit. Wenigstens wird nicht so selbstmörderisch gefahren wie im Iran <grins>.

Ich fuhr also in die gefühlte Richtung, tankte bei der Firma mit der Muschel und kaufte auch noch einen halben Liter Öl ein. Der Empfang ist überall sehr freundich: „Hello! Welcome to Kenia“ etc etc. Endlich traf ich am vorgebuchten Hotel ein. Ich breitete meine Sachen aus und die Klimaanlage brachte das Zimmer beinahe zum gefrieren. Aber die muss wohl anbleiben, Mücken mögen keine Kälte. Und das Moskitonetz des Betts hat auch ein paar Löcher. Etwas ausgeruht (wie gesagt, kaum Schlaf gehabt) und anschließend an den Strand begeben, etwas Tee getrunken (tea time um 4) und das Wifi getestet. Jetzt ist es auch schon Abend und die Moskitoklamotten sind angezogen und die freien Stellen sind eingeschmiert. Einen verirrten Moskito habe ich im Zimmer schon erlegt. Warte gerade auf das Abendessen, riechen tut es schon mal sehr gut.

Morgen geht es nach Tansania!

Lift-off in 4 hours


Summary: waiting for take-off at Düsseldorf airport. Despite massive reductions in luggage weight, still some kgs too much. Had to leave back spare chain and cam shaft (too heavy). Biggest challenge ahead: getting the bike out of Kenian customs tomorrow. Now flight to Munich and connecting overnight flight to Mombasa.

Ich schreibe gerade vom Flughafen in Düsseldorf. Eingecheckt ist schon, nur die Gepäckaufgabe steht noch an. Bin mal gespannt, was sie zu meinem leichten Übergewicht sagen (des Gepäcks natürlich). Ich musste schweren Herzens die Nockenwelle und den Kettensatz zurücklassen, denn die 4 Kilo Eisen hätten einen saftigen Übergepäckzuschlag zur Folge gehabt (120€ pro Strecke). Na ja, wird so auch gehen. Mut zur Lücke! <grins>

All die Gewichtsreduktion hatte zwar Erfolg, aber so kommen immer noch ordentliche 31 kg zustande, plus 8 kg Handgepäck. Und dabei bin ich sehr sparsam unterwegs. Nur die Ersatzteile, Werkzeug und sonstiges für’s Moto sind halt ziemlich schwer.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, ich hätte was wichtiges vergessen, so a la „Haben wir zuhause das Gas abgedreht?“ Bin aber x-mal durch meine Checklisten gegangen, es müsste alles dabei sein. Ist aber ein normales Gefühl, die übliche Nerviosität/Vorfreude/Spannung.

Heute Abend geht es nach München und von dort mit Nachtflug weiter nach Mombasa. Ich muss den ganzen Tag an den alten EAV Song („Afrika“) denken:

„Ist der Massa gut bei Kassa, fliegt First Class er nach Mombasa, eh!“

Na ja, Frst Class ist es nicht, aber es wird schon spannend, wie es mir am Zollamt in Mombasa ergeht, scheint ja eine ziemliche Räuberhöhle (Bakschisch)  zu sein. Morgen dazu mehr, live aus Kenia!

Die ersten 800 km sind geschafft ;-)


Summary: trip to Munich; XBR was successfully delivered at Munich cargo airport; now heading home by train

Vorgestern ging die Aktion „Ablieferung“ los. Von der Arbeit kam ich etwas verspätet los. Da es auf dem Weg lag, schaute ich noch kurz beim GPS Laden vorbei um mich über das ausgetauschte Headset und die Tonqualität zu beschweren. Kommentar: Einen Reset machen. Das hat Zeit, in Afrika brauchte ich keine Sprachansagen, hehe. So kam ich also erst mit über einer Stunde los. Die XBR ist kein D-Zug und verlorene Zeit hereinfahren ist auf der Autobahn kaum möglich. Was soll’s. So gings es also zwischen 120-140 km/h entspannt in Richtung Süden. Bald wurde es dunkel und frisch. Bei Stuttgart wurde kurz Pause gemacht und etwas aufgewärmt. Danach wurde es aber doch etwas kalt (schnatter). Was mich die ganze Zeit beschäftigte, waren Vibrationen, die bei 130 auftreten, unter 110 ist nichts spürbar. Motor? Getriebeausgang? Oder eine ungleich gelängte Kette? Schwer zu sagen. Das Rupfen an der Kette lässt mich auf letzteres schliessen. Na gut, dann kommt für alle Fälle doch noch ein neuer Kettensatz mit. Wie gesagt, unter 110 ist überhaupt nicht zu merken. Und so schnell werde ich in Afrika selten fahren. Nachts um halb eins endlich in München angekommen. Am nächsten Morgen ging es nochmal zum Motorradausstatter, wo ich noch eine (Innen)tasche für die Alukiste kaufte. Die Scheibe wurde wieder abgebaut, denn sie ist zwar auf der Autobahn ganz praktisch, aber durch die Befestigung am Lenker erzeugt sie etwas Unruhe im Vorbau und das kann ich auf Afrikas Strassen nicht gebrauchen.

Motorbike drop-off at Munich Airport

Danach gings direkt zum Frachtterminal am Flughafen München. Die Aktion gestaltete ziemlich fix, zur Cargofirma, Motorrad zur Annahme gebracht, Batterie abgeklemmt, Gefahrgutabnahme, Papier vom Zoll abstempeln lassen, Papier an der Annahme wieder abgegeben. Noch schnell ein letzes Foto gemacht und dann mit Tasche und Helm zur S-Bahn gewatschelt. In München ist gerade Wiesn-Zeit und die Zombies treiben gerade ihr Unwesen: Heerscharen von (vermeintlich) Aufgebrezelten, bestückt mit billigen Phantasiedirndeln, junge dialektbereinigte Kerle in viel zu grossen Pseudolederhosen (aus Vietnam?) mit rotweiß karierten Hemden und als Krönung ein Halstuch dazu. Teilweise auch schon in der Trambahn mit einer Flasche Augustiner in der Hand beim Vorglühen. Mittags. Wie das dann ausgeht, kann man ein paar Stunden und etliche Maß später beobachten. Und Vorsicht! Nicht reintreten in das, was die Maßn alles noch mitgebracht haben. Es sind zu viele dieser Zombies, um sie galant zu ignorieren. Wer hätte gedacht, dass die ethnologischen Betrachtungen bereits hier beginnen.

Nachmittags bin ich ins Fotogeschäft und habe mir noch UV-Filter für die Objektive besorgt.  Ich habe nachgegeben und mir noch ein ordentliches Stativ gesorgt. Trotz Carbon schwer als das bisherige Plastikteil, aber damit wird nichts mehr wackeln. Was hilft ein leichtes Stativ, wenn es bei voller Beladung nicht das tut, was es soll: Für verwacklungsfreie Bilder zu sorgen.

Später verbrachte ich mit Stefan noch einen gemütlichen Abend im Biergarten und sah mir anschließen den letzten Rosenmüller-Film im Kino an, den bekommt man in Belgien ja wohl nicht zu Gesicht. Heute morgen gab’s noch etwas Hektik, als mir klar wurde, dass ich doch einen Zug früher gebucht hatte. Jetzt sitze ich gerade im Zug nach Norden. Morgen ist dann der Sonntag für’s Packen und abschließende Vorbereitungen reserviert.

Mehr Durchblick!


Summary: new telelens has arrived; toursticker received.

The new Sigma 120-400 mm Telezoom. The shot was obviously taken by my usual set-up.

Heute morgen gab es eine schöne Überraschung: Das am Sonntag bestellte Teleobjektiv war da! Es ist mit knapp zwei Kilo ein echter Brummer:Es war der Kompromiß zwischen Brennweite, Preis und Gewicht. Der Autofokus ist tatsächlich beeindruckend schnell und leise. Das leichte Stativ hat etwas Mühe mit dem Gewicht und schwingt nach, das bedeutet ein festeres Stativ oder Selbstauslöser…

Test picture @ 400 mm focal length. Click for bigger picture (no post treatment)

Abends musste ich dann noch ein paar Testaufnahmen machen. Ein guter Kauf. Die wilden Viecher können kommen! An das Gewicht der Ausrüstung muss ich mich halt noch gewöhnen. Es kam überraschenderweise noch ein Paket heute an: Da ich vor einigen Wochen meinen linken Koffer verlor und durch einen neueren ersetzen musste, habe ich jetzt viel Platz für einen großen Aufkleber. Das Zeug ist mittlerweile so billig, dass der Versand mehr kostet als der der Aufkleber selbst.

The tour sticker "Transafrica 2011"

Noch zwei Wochen…


Summary: Motorcycle is basically ready for the trip. Visas received. Lot of shopping done, particularly anti-mosquito stuff. Medicines purchased. Safari in Tanzania booked. Telelens for repaired camera ordered.

Puh, ein grosser Brocken ist geschafft. Die XBR ist fahrbereit. Nun gut, mir ist am Ende noch eingefallen, dass ich noch das Ventilspiel einstellen könnte, aber das ist ja gleich erledigt. Ansonsten steht sie gut da. Was wurde alles gemacht? Neue Reifen, klar. Den üblichen Service (Ölwechsel, Luftfilter, Zündkerze etc). Aber etwas besonderes gab es auch: Neue (gebrauchte) Stößdämpfer von Koni mit verstärkten Federn. Ein Gedicht! Der Scottoiler wurde mit etwas Gefrickel montiert und scheint auch gut zu funktionieren. Es kostete etwas Überwindung, um ein Loch in den Ansaugstutzen für den Unterdruckanschluss zu bohren. Aber der Erfolg überzeugt.

Neue Koni-Dämpfer und der (blaue) Schlauch des neues Kettenschmiersystems

Ich habe auch Lenkerprotekoren montiert. Es war zwar sehr mühsam und die Position ist nicht optimal, aber ich habe sie angebracht um etwaige Stürze abzufangen und den Lenker und die Hebel zu schonen. Ich habe heute noch die Lenkerscheibe montiert, die ich vor einigen Monaten gekauft hatte. Sie bietet auch etwas Schutz. Auf der Heimfahrt von München Ende Oktober wird sie mich auch etwas vor der Kälte schützen.

Eine ungewöhnliche Front für die XBR - Scheibe und Lenkerprotektoren

Die große Kiste wurde nach langer Zeit wieder angebaut und gesäubert. Damit ist das gröbste geschafft. Das Werkzeug und die Ersatzteile wurden auch zusammengesucht und zum verpacken vorbereitet.

Mittlerweile bin ich mit anderen Dingen gut vorangekommen. Die Visas für Tansania und Sambia habe ich erhalten. Das Carnet de Passage habe ich in München abgeholt. Mosquitonetz, Mückenrepellent, Anti-Mosquito-Kleider gekauft. Malariaprophylaxe gekauft. Reiseapotheke aufgefüllt. Die Safari in Nord-Tansania ist gebucht. Meine reparierte Kamera habe ich auch wieder. Bei einer Lösung für Tieraufnahmen habe ich lange hin- und herüberlegt. Schließlich hab ich mich überwunden und ein echtes, langes Teleobjektiv gekauft. Kein Pappenstiel, aber wenn man mal den wilden Tieren so nahekommt, sollen es auch gute Bilder werden.