European Road Runner Rally 2013


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Die Vorbereitung auf die diesjährige deutsche Langstreckenrally verlief sehr entspannt. Sie sollte in Anlehnung an die letzte Rally in 2005 wieder bei Bertl’s bei Bamberg starten und wurde von Gerhard und Frank zusammen mit Homer Krout organisiert, der die ersten Rallies in Deutschland organisiert hatte. Meine erste Rally fuhr ich zusammen mit Jo auf der XBR in 2002. In 2005 gewann ich dann schon meine erste Rally auf der SV 650S. Nach dem Sieg letztes Jahr bei der German Butt Rally 2012 war ich praktisch der doppelte Titelverteidiger.

Deswegen war ich wohl absolut tiefenentspannt. Praktisch ohne Nerviosität blickte ich der diesjährigen Rally entgegen. Ich wusste, dass die Crème de la Crème der europäischen Langstreckenfahrer anwesend war. Das sollte Ansporn genug sein, aber trotzdem blieb ich ganz cool. Wahrscheinlich, weil ich die Rally ja bereits gewonnen hatte. Die Vorbereitungen hielten sich in Grenzen: Den Zusatztank anbauen und als größte Herausforderung blieb das Montieren der Krista-Flutlichter, die ich auf der Ironbuttrally auf der XBR gefahren hatte. Ich beschloss es bei der Anreise ruhig angehen zu lassen und machte einen Zwischenstopp in Limburg. Am nächsten Tag ging es entspannt weiter und ich erreichte am Mittag bereits mein Hotel im Hinterland von Bamberg. Ich checkte ein, lud mein Gepäck ab, kontrollierte dass das WLAN funktionierte und machte mich auf den Weg zum Rallystartpunkt, der Harley Vertretung von Bertl in Unterhaid. Ich wollte früh genug da sein, um möglichst bald meinen technischen Check und den Odo-Check hinter mich gebracht haben. Es waren bereits viele Fahrer da und ich reihte mich in die Schlange ein und schwätze mit alten Bekannten. Kurz bevor ich dran war bekam ich mit, dass wir zum Tech-Check bereits die 10 „empfohlenen“ Ausrüstungsgegenstände vorzeigen mussten, um Extrapunkte zu bekommen. Na toll. Ich erkundigte mich bei Gerhard, ob dem tatsächlich so sei. Ja, es war so. Ich schwang mich auf die BMW und fuhr die 15 km zum Hotel zurück. Stinkesauer. Mann, war ich sauer! Warum nur, mag sich der geneigte Leser fragen. Nun ja, ich hatte ein paar Tage zuvor per e-mail nachgefragt, ob diese Dinge verbindlich sein. Nein, diese seien nur optional. Dass es aber Punkte dafür gab, davon war nicht die Rede. Na ja, ich hatte ja alles, allerdings hatte ich alles im Hotel zurückgelassen. Da musste ich alles nun holen und wieder zurück zum Rallystartpunkt. Die Schlange war bedeutend länger und ich konnte viele Schwätzchen führen, bevor ich endlich dran war. Die technische Inspektion verlief ohne Probleme und schon war es Zeit für den Odo-Ride. Gut 50 km auf der Autobahn, um die Tachoabweichung kalibrieren zu können. Anschließend den Papierkram durchgehen und die Daten mit den Bonuspunkten in Empfang nehmen. Es blieben eineinhalb Stunden bis zum Ridermeeting, um die Punkte in die Software einzugeben und schon mal eine Übersicht über die möglichen Routen zu bekommen. Eines war sofort klar: Es gab eine Nordroute durch Ostdeutschland und Tschechien und es gab eine Südroute nach Slowenien. Aber erst eine genaue Berechnung könnte genaueres liefern, ich tendierte aber eher zur Nordroute. Um 18 h gab es die obligatorische Fahrerbesprechung und anschliessend düsten alle zu ihren Unterkünften um weiter zu planen. Ich verband es mit einem Trio vom fränkischen Karpfen in der Gastwirtschaft und spülte es mit einem Hellem hinunter – der Hopfen sollte eine beruhigende Wirkung haben und für besseren Schlaf sorgen. Zurück auf dem Zimmer ging dann die Planung so richtig los. Ich entschied mich für je eine ehrgeizige Nord- und Südroute. Zuerst mal die Route nach Slowenien gerechnet. Was wäre wenn ich ALLE Punkte in Slowenien, dem Friaul und den Dolomiten mitnehmen würde? Aha, 1600 km, Fahrzeit 24 Stunden und über 70000 Punkte. Da ich weiß, dass ich ca. 10-15% schneller als die Berechnung in Basecamp bin, sollte das reichen, auch bei einer einstündigen Pflichtpause und einer weiteren Stunde für viermaliges Tanken, Essen und Pinkeln. Ich versuchte die Bonuspunkte von der Software auf die beiden Navis zu übertragen – was nicht funktionierte??? Ich probierte hin und her, aber es wollte nicht klappen! Da kommt ein Anflug von Panik auf. Es haute einfach nicht hin. Irgendwann stellte ich fest, dass in Basecamp die falsche Karte eingestellt war und ich schaffte es, die Punkte auf meinem Hauptnavi, dem Zumo 660, zu installieren. Mit dem kleinen Zumo 350 wollte es aber einfach nicht hinhauen.

Die Zeit raste und ich hatte noch viel vor mir. Erstmal die Nordroute berechnen…1950 km, 28,5 Stunden und unter 60000 Punkte. Hmmmm….abgesehen, dass diese Route in dieser Länge nicht machbar war (Landstraßen in Tschechien, das schien nicht sehr verlockend), lieferte sie deutlich weniger Punkte. Damit war die Entscheidung gefallen: Ab in den Süden. Das Wetter sollte mit Glück nicht allzu schlecht sein. Aber ich konnte immer noch nicht die Punkte auf den Zumo 350 laden. Nicht um’s verrecken! Na gut, alles ins Reine schreiben, das Gepäck vorbereiten und nochmal das Zumo überprüfen…immer noch nicht. Weiter alles vorbereiten um am Morgen alles fertig zu haben…ein letzer Check vorm Schlafengehen…immer noch kein Transfer zum Zumo 350….na gut, dann muss ich mich halt auf das Zumo 660 verlassen, die markanten Punkte wie die Alpenpässe kann ich auch per Hand ins 350er eingeben…ab ins Bett und die restlichen 6 Stunden Schlaf nutzen, müde genug war ich ja.

The two possible routes - which one is the winning one?

The two possible routes – which one is the winning one?

Aber…ich….konnte….einfach…..nicht…..einschlafen. Kein bisschen. Ich war nicht besonders nervös, ich war müde, alles war bestens vorbereitet…außer dem %&§$@!!?+°& Zumo!! War es das? Nervte mich das zu sehr? Egal, es klappte nicht. Entspannen, entspannen, entspannennnnnn….himmiherrschaftzeitengreizkruzifix!!! Nix war’s. Ich stand statt um 6 Uhr bereits um viertel vor 6 auf ohne eine Minute geschlafen zu haben! Au weia! Das verhieß nichts Gutes für die nächste Nacht. Ich war fest davon überzeugt, die Pflichtpause plus zwei halbe Stunden Pause, für die es Punkte gab, ausnützen zu müssen. Meine Erfahrung aus der Ironbutt Rally sagte mir, dass das schon zu schaffen war. Ich wusste, dass ich mit Powernaps lange durchhalten konnte. Ich packte zusammen und ging zum Frühstücken. Die Oma des Hauses hatte schon ein reichhaltiges Frühstücksbuffet vorbereitet und ich schlug mir ordentlich den Bauch voll, denn so schnell würde ich keine vollständige Mahlzeit mehr bekommen. Ich packte alles zusammen und machte mich im Dunkeln auf den Weg nach Unterhaid. Es war um die 3 Grad warm, für einen frischen Start war gesorgt. Ich kam bei Sonnenaufgang am Start an, wo bereits 10-15 Fahrzeuge sich in die Schlange eingereiht hatten. Ich hätte John Young als Frühaufsteher ganz vorne in der Schlange erwartet, aber es war Benny Watz mit seiner K1100, einem alten schwedischen Polizeimotorrad. Es war noch eine Dreiviertelstunde bis zum Start und wir hatten noch viel Zeit für einige Schwätzchen. Schließlich gab es noch eine kurze Fahrerbesprechung und um 8 Uhr ging es endlich los! Noch ein Foto, einen Handschlag mit den Rallymaster und schon war ich auf der Piste. Es ging erst nach Bamberg und dann nach Süden in Richtung Nürnberg. Ich wusste, dass ich mit der ersten Tankfüllung bis nach Österreich kommen würde und bis zur Grenze war ein flottes Vorankommen geplant, denn die Autobahn war noch leer und die Gelegenheit muss man nutzen. Nach und nach überholte ich alle, die vor mir gestartet waren. Ich flog München entgegen und daran vorbei. Es waren jetzt mehr Autos unterwegs und der flotte Ritt wich einem Gleiten gen Süden. Ich hatte einen erhöhten Spritverbrauch und wie immer war ich auch hier ständig am rechnen. Bis zum geplanten Tankstopp in Villach würde es nicht reichen, denn ich wollte mit vollen Tanks nach Slowenien rüberfahren, den Tankstellen sind dort nicht dicht gesäht. Ich hatte bald die Grenze bei Salzburg erreicht, und ich hielt nach einer Raststätte Ausschau. Die kam auch bald. Ich füllte die Tanks und würgte das obligatorische Sandwich runter, anschließend wollte ich eine Autobahnvignette käuflich erwerben, bekam aber zu hören, dass sie alle aufverkauft wären, denn vor zwei Wochen war das Harley Treffen am Faaker See. Ich errinnerte mich mit leichtem Gruseln an die Horden von beweglichen Hindernissen, die damals die Region heimgesucht hatten. Den Vorschlag, es doch bei der Raststätte auf der anderen Seite zu versuchen, verwarf ich sofort. Ich fuhr durch den ersten Tunnel und nahm die Ausfahrt, um den Katschbergpass hochzufahren und den ersten Bonuspunkt einzusacken. Die Auffahrt war schnell geschafft und ich schoss mein erstes Foto.

12:17 h. Katschbergsattel. First bonus point location.

12:17 h. Katschberghöhe. First bonus point location.

Ich fuhr den Katschbergpass wieder auf der Nordseite hinunter und fuhr zur Mautstelle um den Tunnel unter dem Katschberg zu passieren und die benötigte Mautquittung zu besorgen. Erst später wurde mir klar, dass ich einen Blödsinn veranstaltet hatte: Wegen der Koordinaten des Punkts für den Mauttunnel dachte ich dass ich erst auf den Pass fahren und dann durch den Tunnel fahren musste. Die Strecke vor der Abfahrt war jedoch mautpflichtig und ich hatte bereits einen Beleg für die Tauernautobahn erhalten. Ich hätte also die Südrampe einfach runterfahren zu brauchen und hätte mir so 15 min gespart. Na ja. Das Wetter war zumindest sehr brauchbar und ich hoffte, dass mich der Regen so lange wie möglich verschonen würde. Bei Villach verließ ich die Autobahn (ohne Pickerl) und orientierte mich in Richtung Grenze, dem Wurzenpass an der Grenze zu Slowenien. Dort machte ich mein übliches Bildchen und wollte den nächsten Punkt (in Slovenien) ins Zumo 660 GPS eingeben. Nanu, was war das? Auf dem Schirm erschien jenseits der Grenze eine schwarze Fläche. ??? Ich versuchte den nächsten Punkt einzugeben, aber die Berechnung funktionierte nicht. Jetzt wurde mir einiges klar….warum hatte die Übertragung auf die Navis so viele Probleme gemacht? Einige Tage zuvor hatte ich die Karten der Zumos upgedated und dabei gab es eine Fehlermeldung: „Zuwenig Speicherplatz vorhanden. Wollten sie den Kartensatz auf Mittel- und Westeuropa beschränken?“. Da blieb mir nur „ja“ zu drücken. Na toll! Der Zumo 350 hatte keine Bonuspunkte gespeichert und beide Navis hatten keinen Kartensatz für Slowenien!! Und jetzt? Es gab viele Punkte in Slowenien und wie sollte ich die nun alle finden?

13:19 h. Wurzenpass. A big surprise: no GPS for Slovenia!

13:19 h. Wurzenpass. A big surprise: no GPS for Slovenia!

Es geht doch nichts über eine gute Vorbereitung. Ich hatte einen klassischen Strassenkartensatz eingepackt und mit Hilfe der Minikarten im Rallybuch konnte ich vielleicht die Punkte finden. Einen Versuch war es wert. Der übernächste Punkt war der Vršič-Pass, der war einfach zu finden. Auf den Weg dorthin sollte eine russische Kirche liegen. In den Bergen ist die Zahl der Strassen und Abzweigungen begrenzt, das sollte mir die Sache erleichtern. Die Strassen in Solvenien sind sehr passabel, dazu wenig Verkehr und eine relativ naturbelassene Landschaft. Immer wieder ein Genuss zu fahren. Die Auffahrt zum Vršič mit den ehemals gefürchteten Kopfsteinpflasterserpentinen hat viel von ihrem Schrecken verloren. Auf einmal zog Nebel auf. Und das nicht nur ein bißchen. Waschküche! Allerdings nicht permanent, sondern es waren tiefhängende Wolkenfetzen, die immer wieder die Sicht einschränkten. Irgendwann kam es mir so vor, als hätte die Russische Kirche schon längst auftauchen müssen, laut der Kilometeraufgabe auf dem Hinweisschild hätte sie schon längst zu sehen sein müssen. Na ja, zu sehen war in der Suppe nicht viel. Irgendwann kam es mir komisch vor und ich drehte wieder um. Ich fand auf einem Parkplatz eine Autofahrerin und fragte sie nach der Kirche. Sie war sich nicht ganz sicher, ob ich denn bei der Auffahrt nichts gesehen hätte? Nein? Ja, dann liegt die Kirche oberhalb. Ganz sicher. Ich drehte wieder um und fuhr wieder hoch. Kurve für Kurve….die Sicht wurde wieder besser…aber es kam keine Kirche…und da war auch schon die Passhöhe!

13:46 h. Vrsic Pass. No GPS in Slovenia, couldn't find the previous point.

13:46 h. Vrsic Pass. No GPS: couldn’t find the previous point in the fog.

Ja so was….dann war die Kirche doch unterhalb gewesen. Ich grübelte…einmal runterfahren, das Foto machen (vorausgesetzt ich fände sie gleich) und wieder hochfahren würde mich mindestens 20 Minuten kosten, eher mehr. Und das für magere 670 Punkte. Das schien nicht sinnvoll. Rallies werden am Ende entschieden und da können 20 Minuten noch sehr wichtig werden.

Der nächste Punkt lag in einem Seitental. Wie gesagt, so viele Abzweigungen gibt es ja nicht und zum Glück bin ich ja noch im Kartenlesen geschult. Das Wetter in Slowenien war heiter bis bedeckt aber immer war noch kein Regen in Sicht. Die Serpentinen vom Vršič und die Fahrt durchs Soča-Tal sind Genußfahren pur.

14:22 h. Lepena valley. Somewhere in Slovenia.

14:22 h. Lepena valley. Somewhere in Slovenia.

Man muss auch mal entspannen können. Der Abzweiger zum Lepena-Tal war dann auch leicht zu finden. Am Ende des Tales war der BP gut zu finden, eine Gedenktafel vor einem Haus. Gut, das lief ja gar nicht so schlecht. Regnen tat es immer noch nicht. Weit und breit kein nennenswerter Verkehr, es ging gut voran. Das nächste Ziel war die Mangartstraße, ein anfahrbarer Hochpunkt auf über 2000 m. Die Straße hatte ich bisher immer rechts liegen gelassen, nun würde ich also mal in den Genuss kommen. Die ganze Planung basierte darauf, die Straße rechtzeitig vor 17h zu erreichen, da nicht klar war, wenn die Auffahrt gesperrt werden würde. Das würde ich locker schaffen, insofern ging mein Plan bisher gut auf. Die Sonne ließ sich wieder blicken und die Landschaft leuchtete auf. Die Auffahrt zum Predilpass machte wie immer Spaß, kurz davor musste ich aber rechts abbiegen. Bald darauf kam ich zu einem Kassenhäuschen, vor ein älterer Mann und ein Mädchen saßen. Ich musste 5 Euro löhnen und durfte dann über die schmale Straße durch Buchenwälder weiter nach oben reiten. Die Aussicht wurde auf einmal spektakulär: schroffe Felsen, wagemutig angelegte Fahrbahn, Tunnels, tolle Aussichten. Die Straße schraubte sich immer mehr nach oben und irgendwann gab es sogar eine Einbahnstraßenregelung, der höchste Punkt konnte also nicht mehr weit sein.

15:09h. Top of the Mangart road. Fog and wind. Very important loocation baggged.

15:09h. Top of the Mangart road. Fog and wind. Very important location bagged.

Aber es zogen wieder Wolkenfetzen auf die die Sicht auf praktisch Null reduzierten. Irgendwann, ich stocherte gerade wieder durch den „Nebel“, ging die Straße wieder bergab. Das kam mir nun etwas komisch vor. Ich schaute mich um und erspähte die Tafel, die zu fotographieren war. Damit war es aber nicht getan, als zweites Bild musste noch ein Foto vom Grenzstein auf dem Grat gemacht werden. Rallymaster Gerhard hatte im Ridermeeting noch empfohlen, die Aussicht zu genießen, aber im Nebel konnte davon keine Rede sein. Ich war zufrieden, der wichtigste Punkt war eingesackt, das Wetter hielt immer noch und ich war ca. 1,5 Stunden meinem Plan voraus. Das bedeutete, dass ich evtl. die Zusatzpausen nehmen und den großen Bonus rund um Bamberg mitnehmen konnte. Vorausgesetzt, alles lief weiterhin so glatt. Kleine Probleme wie der Katschberg oder die russische Kirche gehören nun mal dazu und dafür, dass ich momentan keine GPS Unterstützung hatte, war ich gut unterwegs. Ich hoppelte die Straße wieder runter und nachdem sich die Wolken verzogen hatten genoß ich wieder die schöne Aussicht, so weit das eben geht, wenn man gegen die Uhr fährt. Aus einmal kam mir ein Motorrad entgegengebraust, es war Giel auf seiner Harley. Er ließ den V2 knackig den Berg hochfliegen, so kennt man ihn halt 🙂 . An ihm können sich 99,99% der Harleyfahrer mal ein Beispiel nehmen, wie man ein paar Zentner Eisen aus Milwaukee AUCH bewegen kann. Ich rechnete: Seit dem Gipfel war ich ca. 15 Minuten unterwegs, das hieße, ich wäre 30 Minuten vor ihm. Da ich sonst noch niemand von den anderen Fahrern getroffen hatte, ging ich davon aus, dass wir die ersten beiden des Feldes waren, die die Südroute genommen hatten.

15:29 h. Predel Pass. Elegant posing.

15:29 h. Predel Pass. Elegant posing. GPS coverage again!

Wenn ich die verlorene Zeit am Katschberg und wegen der russischen Kirche hinzuzählte, hätte ich ungefähr 45 Minuten auf Giel herausgefahren. Und das in 7,5 Stunden Fahrzeit. Ein Grund zur Beruhigung. Wobei „herausgefahren“ nicht bedeutet, dass man dabei die Schallmauer durchbricht. Weit wichtiger, und darin hatte ich mich die letzten Jahren deutlich verbessert, war die Zeit, die man nicht mit Stillstand verliert, also z.B. an den Bonuspunkten.

Unten angekommen war ich auch schon am nächsten Punkt, dem Predil Pass, der die Grenze zu Italien bildet. Auf dem Navi konnte ich erkennen, dass ich mich aus dem schwarzen Gebiet wieder in die Kartenabdeckung bewegte. Es war sogar sonnig.

15:36 h. Near Sella Nevea. The whole area was part of the Isonzo front in WW I.

15:36 h. Near Sella Nevea. The whole area was part of the Isonzo front in WW I.

So müssen Rallies laufen. Ich ließ es den Pass hinunter laufen und kam schon wenige Minuten später an mein nächstes Ziel, einer Kanone am Straßenrand.

Das war schnell erledigt und die anwesenden Touristen machten (wie immer) große Augen, wenn ein Motorradfahrer angebrummt kommt, in die Eisen steigt, abspringt, einen Fotoapparat und die Flag herausfummelt, die Flag ablegt, Fotos macht, alles wieder einpackt, auf die (mit laufendem Motor wartende) Maschine wieder aufspringt und davonbraust. Und das alles in weniger als einer Minute. Da kann einem schon mal der Mund offen stehen bleiben *g*. Ab jetzt ging es im Zickzack durch das italienisch-slowenische Grenzgebiet. Einige Minuten später war ich bereits am nächsten Punkt, dem Ortsschild von Sella Nevea.

15:46 h. Sella Nevea.

15:46 h. Sella Nevea.

Das gleiche Spiel nochmal. Das kommt Freude auf. Dafür macht man es doch, nur auf der Autobahn fahren ist doch langweilig und das viele kleinklein mit kurvigen Straßen und vielen abwechslungsreichen Kurven ist doch das Salz in der Suppe. Und davon sollten noch viel mehr kommen. Der Plan war alle Bonuspunkte in der Region abzuklappern und vor Einbruch der Nacht in der Nähe zu sein und wieder nach Norden abzubiegen. Zuerst stand aber viel Kurvengewimmel an.

16:23 h. Memorial of a grinder in Stolvizza.

16:23 h. Memorial of a grinder in Stolvizza.

Als nächstes stand ein Punkt mit hoher Punktzahl in einem Seitental an. Kleine, kurvige Straßen zum nächsten Ziel, das war nach meinem Geschmack. In diesem Terrain hätte sogar die XBR eine gute Figur gemacht, aber die Anfahrt auf der Autobahn wäre doch etwas langsamer von statten gegangen. Das Wetter wechselte von sonnig wieder nach bewölkt und laut der Wettervorhersage hätte es schon längst regnen sollen. Es blieb aber noch immer trocken. Ich persönlich war immer noch topfit und fuhr stetig im Flow. Keine Spur davon, dass ich seit 33 Stunden nicht mehr geschlafen hatte. Das nächste Ziel befand sich im kleinen Dorf Stolvizza, ein Denkmal das einem Scherenschleifer gewidmet war.

16:38 h. Sella Karnizza. Please note that this time, upon special request, also Shawn the Sheep is on the picture. Shawn is the black cousin of Shaun and is from Ireland, easily visible by the shamrock he is wearing on his chest.

16:38 h. Sella Karnizza. Please note that this time, upon special request, also Shawn the Sheep is in the picture. Shawn is the black cousin of Shaun and is from Ireland, easily visible by the shamrock he is wearing on his chest. Shawn had also accompagnied me in the Brit Butt and the Iron Butt Rally.

Das Denkmal war leicht zu finden, aber es galt die Strecke bis zum Abzweiger wieder zurückzufahren. Bald darauf lag auch schon der nächste Punkt auf dem Weg, das Schild von Sella Karnizza. Mooi meegenomen, wie der Flame so sagt.  Im Ridermeeting hatte Gerhard mitgeteilt, dass es schwierig werden würde, die Route zum nächsten Punkt dem GPS klarzumachen. Tatsächlich hatte ich viele Hilfspunkte benötigt, um die Route korrekt zu berechnen, die Programme erkannten die Straße einfach nicht als Straße an, sondern als irgendwas anderes, Fahrweg, Waldweg, Trampelpfad, was weiß ich. Es ging auf kleinen Straßen weiter. Bei Stauli Gnivizza wurde es plötzöich interessant. Da stand auf einmal eine Absperrung mit einem Verbotsschild daran. Das hatte ich so nicht erwartet.

16:53 h. In the middle of nowhere, aka Julian Prealps.

16:53 h. In the middle of nowhere, aka Julian Prealps.

Aber wer mich kennt weiß, dass ich mich von Durchfahrtsschildern nicht so leicht beeindrucken lasse. In Italien schon gar nicht. Also daran vorbeifahren und die nun nur noch einspurige Straße kurvig an Felsen entlang weiterschleichen. Jetzt war ich langsam unterwegs, denn ein plötzlich auftauchendes Auto könnte jederzeit für Gefahr sorgen. Nur langsam näherte ich mich dem nächsten Punkt an, er musste direkt an der Straße liegen – und da war ich auch schon daran vorbei gefahren. Huch, was hatte ich übersehen?. Es war sehr mühsam, die schwere BMW auf der schmalen Straße umzudrehen – sie war nur einspurig, auf der einen Seite war der Fels und auf der anderen Seite ein Abhang. Schließlich lokalisierte ich das Ziel: eine Plakette, die an die Felswand geschraubt war. Das wäre auch geschafft, nur noch eben die BMW wenden ….ÄCHZ!!! Bald darauf war ich wieder auf der Hauptstraße und schaute mir den nächsten Punkt genauer an. Der lag wieder im schwarzen Gebiet, d.h. in Slowenien. Aber hoppla, was war denn das? Ich konnte den Punkt sehen, aber nicht die Karte? Das war mir vorher nicht aufgefallen, bei der Russischen Kirche war das Navi ausgeschaltet. Das war nun sehr hilfreich, denn ich mußte mich wieder an der Straßenkarte orientieren.

17:38h. Back in Slovenia. First part of the big extra bonus.

17:38h. Back in Slovenia. First part of the big extra bonus.

Das Blaue Fähnchen auf dem Display war das Ziel. So einfach war das diesmal nicht, denn ich ich musste mich über kleinste Nebenstraßen zum Bonuspunkt vorkämpfen. Warum war der Punkt so wichtig? Na ja, es gab nur magere 350 Punkte dafür…aber in Kombination mit dem übernächsten Punkt gab es satte 3770 Combopunkte extra. Eine ganze Menge. Ich spekulierte damit, dass ich immer noch an der Spitze des Feldes war und vielen dieser Extraschlenker einfach zu weit war. Mit dem blauen Fähnchen vor schwarzem Hintergrund auf dem Navidisplay fuhr ich dem Ziel entgegen – und sogar daran vorbei! Wieder einmal umdrehen, und da war auch schon das Partisanendenkmal. Ein paar Kühe guckten gelangweilt, was ich da am treiben war, aber schon war ich wieder unterwegs. Auf den kleinen Bauernstraßen war ein schnelles Vorwärtskommen nicht möglich. Ich war froh, dass dieses kleinklein bald ein Ende haben würde. Auch die Tageszeit war schon weit fortgeschritten, aber es sah gut aus, wahrscheinlich hatte ich noch Tageslicht wenn ich zur Autobahn kommen würde.

18:06h. Southernmost rally point. Second half of the big combo bonus.

18:06h. Southernmost rally point. Second half of the big combo bonus.

Auf der kleinen Straße hatte ich die italienische Grenze wieder erreicht, das bedeutete wieder Kartenabdeckung. 20 Minuten später hatte ich den südlichsten Punkt erreicht, das Örtchen Subit mit einem weiteren Denkmal. Der Combobonus war also eingesackt! Und es war immer noch hell. Über viele Nebenstraßen ging es in Richtung der Autobahn, langsam fing es an zu dämmern. Das Timing war prima, die kleinen Straßen im Grenzgebiet hätte ich nicht gerne im Dunkeln fahren wollen. Mein Sprit ging zur Neige und ich musste mir überlegen, wo ich den nächsten Tankstopp einlegen sollte. Jetzt ging es in die Dolomiten und da sind offene Tankstellen nachts sehr dünn gesäht. Also lieber schon mal Ausschau halten, bei Tolmezzo gings wieder auf die Landstraße und bald war die angestrebte Tankstelle gefunden. Jetzt war es mal wieder Zeit für eine kleine Pause, die erste seit dem Vormittag. Ich hatte noch Sandwiches und zu trinken dabei. Ein kurzer Anruf zuhause ist unter diesen Umständen schon ein kleiner Luxus. Ab jetzt begann die Nachtschicht. Endlich konnte ich meine neue Wunderwaffe testen, die an der BMW montierten Kristas. Der erste harte Test ließ nicht lange auf sich warten: Die Auffahrt zum Plöckenpass.

19:46 h. Plöckenpass. Night shift has begun.

19:46 h. Plöckenpass. Night shift has begun.

Viele Serpentinen und unübersichtliche Kurven. Normalerweise mit der originalen Sportboxerfunzel nachts ein absoluter Albtraum, hatte ich jetzt meine eigene Flutlichtanlage dabei. Was für ein Unterschied! Das machte auf einmal richtig Spass. Ich flog der Passhöhe entgegen, inzwischen war es bereits stockdunkel. Schnell das Foto gemacht und den Pass auf gleichem Wege wieder runtergerauscht. So konnte das weitergehen. Ich musste wieder runter nach Paluzza und dann abbiegen in Richtung Westen. Ein paar Wochen zuvor war ich hier auf dem Heimweg vom R2E (ride to eat) an der Adria vorbeigekommen. Allerdings bei mehr Tageslicht. Praktisch kein Verkehr unterwegs. Über Comeglians lief es weiter und nach und nach hatte ich das Gefühl, dass ich allein unterwegs war. Und das Flutlicht schien hell. Und weit. Das durch-die-Nacht-pflügen lief prima und ich genoß es zunehmend. So machen Nachtfahrten Laune. In Laggio di Cadore wurde es plötzlich verwirrend: Ich drehte zwei ganze Runden durch den Ort, weil ich nicht kapierte was das Navi von mir wollte.

21:39 h. Passo di Mauria. Night surfing.

21:39 h. Passo di Mauria. Night surfing.

Nein, über eine schmale Stichstraße ließ ich mich nicht leiten, dann lieber ein paar Kilometer Umweg. Ich musste wieder ein paar Kilometer zurück nach Westen fahren, eigentlich die falsche Richtung. Aber ich wollte ja alle Alpenpässe mitnehmen, es gab ja schließlich 1200 Combopunkte extra pro Pass. Also links abgebogen und eine Viertelstunde und zahlreiche Kurven hoch zum Passo di Mauria. Foto gemacht und wieder runter. Hätte mein 2. GPS funktioniert und die Punkte geladen gehabt, so wäre mir aufgefallen, das der „Abkürzer“ von Paluzza aus ziemlicher Blödsinn war.

22:11h. Passo di San Antonio. Time to send the text message for the extra bonus....

22:11h. Passo di San Antonio. Time to send the text message for the extra bonus….

Aber mein Zumo 660 will mich immer auf die kürzere Strecke schicken, der 350er warnt mich normal immer vor so einem Quatsch. Egal. Der nächste Punkt war nicht weit. Eine halbe Stunde später war ich schon am Passo San Antonio, ein kleiner Pass auf dem Weg zum Kreuzbergpass. Ich war mittlerweile im Zeitfenster für den SMS-Bonus. Dazu musste man seine Startnummer, sowie den letzten und den nächsten Bonuspunkt angeben. Nach dem Foto tippte ich meine SMS….die aber nicht abgesendet wurde! Keine Verbindung! Na ja, unterwegs würde es schon klappen.Lieber noch zur Sicherheit ein Foto gemacht.

22:12h.....but the message cannot be sent!

22:12h…..but the message cannot be sent!

Wieder auf die BMW geschwungen und weiter zum nächsten Punkt, dem Kreuzbergsattel, der Grenze zu Südtirol. Auf der Karte ist es nicht weit, aber knapp 20 Minuten ist man auch unterwegs. Als erstes das Handy raus und die Nachricht überprüft. Das Programm rödelte immer noch, die Nachricht war immer noch nicht abgeschickt. Au weia! Lag es an der SIM Karte? Ich habe ein Dual SIM Handy, es blieb noch die Möglichkeit, mit der zweiten Karte eine SMS abzuschicken. Damit sollte es gehen. Eingetippt, abgeschickt….von wegen. Auch diese SMS drehte sich im Kreis. Und nun? Die Nachricht musste vor dem Foto raus, sonst stimmte der Inhalt der SMS nicht mehr. So was blödes….dann blieb nur ein Anruf. Man ruft den Rallymaster nur aus gutem Grund an, erst recht in der Nacht. Aber Gerhard hatte Verständnis und nahm in diesem Notfall meine Nachricht auch mündlich entgegen (die SMS traf später bei ihm korrekt ein).

22:42h. Kreuzbergsattel. Had to call the Rallymaster to bag the text bonus (cell phone lag).

22:42h. Kreuzbergsattel. Had to call the Rallymaster to bag the text bonus (cell phone lag).

Damit konnte ich mich endlich dem Foto mit dem Passschild widmen. Das brauchte ein paar Versuche aber endlich waren auch die 1150 & 1200 Punkte im Sack. Der wichtigste Teil der Nachtfahrt war damit schon mal abgehakt. Die richtige Nacht hatte ich noch vor mir, aber als fahrerisch etwas anspruchsvolleren Teil war nur noch das Stück bis Brixen einzuschätzen, der Rest war größtenteils Autobahn. Ein perfekter Verlauf im Prinzip, denn während der Nachtstunden sinkt die Konzentration etwas und da strengen Kurvenstrecken doch mehr an. Aber auf Schnellstraßen kann man das locker absitzen.

23:09h: Welsburg im Pustertal. Birthplace of the painter Paul Troger.

23:09h: Welsburg im Pustertal. Birthplace of the painter Paul Troger.

Apropos Nacht: Ich war immer noch nicht müde, unglaublich, aber wahr. Das Adrenalin tat mal wieder seinen Dienst. Die Fahrt durchs Sextental und dem Pustertal verlief entspannt. Kein Vergleich zu 2005, als ich mit der SV650 Funzel unterwegs war. Jetzt mit Flutlicht war das kein Problem. Die Strecke war auch mittlerweile besser ausgebaut und Verkehr war auch kaum unterwegs. Ich schnupfte noch den Bonuspunkt in Welsburg auf, lag direkt auf dem Weg. Bis auf die Geschichte mit dem GPS war ich bisher von größeren Problemen verschont geblieben. Ich konnte also meine Gedanken in die Zukunft schweifen lassen. Wo würde ich meine verbindliche Ruhepause einlegen können? Ich könnte im Prinzip sogar 2 Stunden in meiner Heimatstadt Miesbach einlegen, 1 Stunde Mindestpause und 2 halbe Stunden freiwillige Extrapause. Es bedeutete einen kleinen Umweg und das Problem der Dokumentation (Belege). Ich rechnete den Rest der Rally grob durch: Den großen Extrabonus mit den vielen Punkten kurz vor dem Ziel in Bamberg wollte ich schon einsacken. Die Punkte in München sollten auch sein. Der ursprüngliche angedachte Schlenker über Kufstein, den Schliersee und den Tegernsee erschien bei genauerer Berechnung als sehr ehrgeizig, zumal kam als Erschwernis noch hinzu, dass zwischen Kufstein und Holzkirchen auf dieser Strecke keine Tankstelle offen sein würde. Aber wahrscheinlich würde mir die Entscheidung abgenommen: Vermutlich würde mein Sprit nur bis ins Inntal reichen.

00:11h: Brennerpass. Credits to Hans for taking the picture!

00:11h: Brennerpass. Credits to Hans for taking the picture!

Als nächstes Ziel stand der Brenner an: bei Brixen fuhr ich endlich auf die Autobahn, die ich erst wieder nach der Zahlstelle in Sterzing, kurz vorm Brennerpass verlassen sollte. Es war noch ein paar Kilometer bis zum Pass, da tauchte plötzlich wie aus dem Nichts rechts ein Mofa aus der kleinen Unterführung unter der Autobahn auf. Erschrocken über eine heranfliegende BMW mit voll aufgedrehter Flutlichtanlage drehte das Mofa ab und eierte parallel entlang meiner Einflugschneise. Aber das war kein Mofa, das war ein Motorrad! Und halt, die Jacke kam mir doch bekannt vor. Das war doch die Jacke von meinem XBR Kumpel Hans! Dachte ich in dem Augenblick, als ich gerade vorbeigeflogen war. Was machte der denn in der Unterführung? Gleich waren wir am Brenner, da würden wir uns sicher treffen. Und da war ich auch schon am alten Grenzstein, dicht am alten Grenzübergang. BMW abgestellt, Kamera gezückt Flag gegriffen…und da kam auch schon Hans angebrummt. Er machte eine Bild von mir, ich eins von ihm. Während er noch am Einpacken war, sauste ich schon wieder davon. Die Landstraße runter bis zur Autobahnauffahrt und die Brennerautobahn runter. Maut bezahlt und nun war ich wieder „illegal“, d.h. ohne „Pickerl“ unterwegs.

0:38 h: Olympic area, Innsbruck.

0:38 h: Olympic area, Innsbruck.

Bald darauf fuhr ich wieder ab und zum nächsten Punkt am Berg Isel in Innsbruck, dem alten Olympiagelände. Dort musste ich ein Bild von der Statue eines „Olympioniken“ machen. Die Aussicht über das erleuchtete Innsbruck konnte ich nicht genießen, dafür war wie immer keine Zeit. Wieder zurück auf die Autobahn. Ich lief die Routenplanung nochmal im Kopf durch: Der Schlenker über Kufstein was einfach zu weit, ich musste direkt über den Achsensee und den Tegernsee nach Holzkirchen. Hmmmmm, dazwischen war aber nichts mit tanken. Das bedeutete, dass ich noch besser im Inntal auf der Autobahn tanken sollte. Da war doch diese Raststätte kurz vor der Ausfahrt in Jenbach…es schien am besten, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und das Tanken gleich mit der Pflichtpause zu verbinden. Um 1 Uhr war es dann so weit, an der Raststätte Vomp hielt ich an und trat die Pause an. Ich vermied den Fehler vom Vorjahr und ging erst zum tanken (nach dem Beginn der Pause ist es nicht nicht mhr erlaubt) und besorgte mir erst dann den Beleg. Ich hatte eine Stunde Zeit für einen Snack, Öl auffüllen und eine ausgiebige Planung der restlichen Rally. Großartige Abstecher schienen nicht mehr drin zu sein, ich würde auf direktem Weg nach München fahren und die dortigen Punkte mitnehmen. Da ich die Punkte in Bamberg auch unbedingt anfahren wollte, war der direkte Weg die beste Lösung. Ich war zu meinem Erstaunen war ich noch immer nicht müde. Um 2 Uhr konnte ich wieder auf die Piste, noch 6 Stunden und 360 km vor mir. In Jenbach fuhr ich von der Autobahn und nahm die Stichstraße hoch zum Achensee. Ab jetzt begann für die nächste Stunde eine Art Heimspiel, die Strecke zum Tegernsee über den Achensee war schnell erledigt, kein Wunder bei Streckenkenntnis, keinem Verkehr und Festbeleuchtung.

2:58 h: Rottach-Egern, Lake Tegernsee. Back on home soil. Me and Leo Slezak.

2:58 h: Rottach-Egern, Lake Tegernsee. Back on home soil. Me and Leo Slezak.

Am Tegernsee war es ziemlich neblig und feucht. Die Seestraße, der Schickimickiboulevard in Rottach-Egern, war um die Zeit verwaist und ich suchte im Kurpark in Dunklen nach den Bronzestatuen von Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer und Leo Slezak. Ich musste ein Bild von mir und Leo Slezak machen, da galt es in der Finsternis nach der richtigen Statue „Ausschau“ zu halten. Und wieder zurück zur BMW gewatschelt. Als nächster Stopp war München vorgesehen. Ich erinnerte mich an die Zeit, als dies mal für einige Monate mein täglicher Arbeitsweg war. Die Strecke nach Holzkirchen zur Autobahn war dementsprechend schnell abgehakt und ich befand mich im Anflug auf München. Rein nach Ramersdorf und auf der Grünen Welle schwimmend ins Zentrum und so weit wie möglich zum Platzl, wo das Hofbräuhaus steht.

3:38 h: Hofbräuhaus, München. No tourists round (very rare).

3:38 h: Hofbräuhaus, München. No tourists around (very rare).

Die Fußgängerzone war mit Abfall übersät, nanu, was hatte denn hier stattgefunden? Egal. Zum HB und die Reklame außen an der Wand abgelichtet. Auf das Foto im innern musste ich aus naheliegenden Gründen verzichten (Uhrzeit). In München gab es noch einen weiteren interesanten Punkt: Wenn man einen Beleg erwarb, wurde die Uhrzeit im Halbstundentakt mit 500 multipliziert. Das heisst, jetzt würde ich 3500 Punkte dafür bekommen. Wenn ich aber erst um 4:00 einen besorgen würde, wären das 4000 Punkte. Sehr leicht verdiente 500 Punkte also. Ich musste also noch etwas Zeit schinden. Also so kurz wie möglich vor der Autobahn tanken, zum Beispiel. Da war doch in Schwabing eine Tankstelle, dicht am Mittleren Ring? Ortskenntnisse sind nicht von Nachteil. So war es dann auch. Ich war ein paar Minuten zu früh da und nutzte die Zeit, um zu tanken (so blieb mir ein weiterer Tankstopp erspart) und noch einen Snack mir einzuverleiben. Um 4:00 einen Beleg erworben und nix wie weg. Es waren noch ca. 250 km bis zum Ziel und noch knapp 4 Stunden Zeit. Ich hatte ein Luxusproblem: Ich würde zu früh in Bamberg sein! Ddie Punkte des großen Bonus in Bamberg waren bei Tageslicht zu fotographieren, ich würde aber zu früh da sein. Also musste ich noch etwas einlegen. Die Festung Wülzburg (2830 Punkte) erschien zu weit ab von der Autobahn, mit hohem Landstrassenanteil. Warum jetzt noch ein Risiko eingehen, da dann doch lieber auf Nummer sicher gehen und die freiwillige 30 Minuten Pause für stattliche 2000 Punkte einlegen. So trank ich in der Raststätte Nürnberg-Feucht noch einen Kaffee und zog mir den Regenkombi über, es hatte etwas genieselt und frisch wurde es auch.

6:33 h: St. Kunigunde statute, historic centre of Bamberg.

6:33 h: St. Kunigunde statute, historic centre of Bamberg.

Noch knapp 100 km vor mir, die Sonne war auch wieder da und ich grübelte, was die beste Reihenfolge für die Punkte in Bamberg wäre.

Drei von den vier waren bei Tageslicht zu photographiern, also musste ich erst Nummer vier ansteuern, die Kunigundenstatue im historischen Zentrum auf der unteren Brücke. Es war noch dunkel, aber es dämmerte bereits. Ende September, das bedeutete Tag- und Nachtgleiche. Ich lief über die Brücke zur Statue und weitere 680 Punkte waren im Sack. Der nächste Bonuspunkt war nur eine Brücke entfernt: Das Eingangstor zum Alten Rathaus. Ich fuhr frecherweise auf die Brücke (es war ja niemand um die Zeit unterwegs) und schoß mein erstes Foto. Hmmmm. Noch etwas dunkel für „Tageslicht“. Lieber noch etwas warten. In der Zwischenzeit überlegte ich noch wie der Schlußspurt aussehen sollte.

6:44 h: Old townhall, Bamberg. Had to wait a couple of minutes for the "daylight".

6:44 h: Old townhall, Bamberg. Had to wait a couple of minutes for the „daylight“.

Noch zwei Punkte und dann zurück zum Ziel, aber wahrscheinlich über mehr als eine halbe Stunde zu früh. Da gäbe es noch die extra halbe Stunde Ruhepause. Das Problem war nur, woher ich die Belege bekommen. Na ja, irgendwas würde mir schon einfallen, einfach improvisieren. Die Rallymaster hatten sich noch ein besonderes Last-Minute Schmankerl  einfallen lassen: Bei den Fotos des Bamberg-Bonusses musste das Rallybuch auch mit aufs Bild. Nach 5 Minuten Warten schoss ich endlich mein Foto und fuhr zum nächsten Punkt, den Eingangstüren der Neuen Residenz in Bamberg. Aufgepasst, dass man auch die richtige fotographiert! So, und jetzt nur noch hoch zum Schloss, der Altenburg. Durch die kleinen Straßen Bamberg ging es nach oben. Ich glaube, dass ich dort bei der Rally 2002 auch schon mal war. Damals natürlich ohne GPS, was waren das noch für Zeiten! Da war noch richtiger Spürsinn gefragt.

6:51 h: Doors of Bamburg Castle.

6:51 h: Doors of Bamburg Castle.

Jetzt geleitete mich das Navi schnurstraks auf kleinen, verschlungenen Wegen zum Eingang der Burg. Dort war auch schon ein weiterer Fahrer und wir machten wieder das „Mach doch mal ein Foto von mir“ Spiel.

So, das war der letzte richtige Bonuspunkt, ab jetzt nur noch zurück zum Ziel in Unterhaid. Grübel, grübel…noch eine knappe Stunde Zeit für 15 km zum Ziel. Da müsste die halbe Stunde extra noch gut drin sein, 800 Punkte waren nicht zu verachten. Zu spät kommen nach 8 Uhr durfte ich nicht, denn es drohten keine Strafpunkte, sondern die Disqualifikation. Jetzt musste ich nur noch Belege auftreiben. Der Endspurt bei Rallies ist immer wieder eine aufregende Sache: Wieviel Punkte kann man noch mitnehmen ohne die Zeit zu überschreiten?

7:00 h: Altenburg Castle. The Rallybook had to be on the picture as well.

7:00 h: Altenburg Castle. The Rallybook had to be on the picture as well.

In Bamberg fuhr ich an einer offenen Tankstelle vorbei….hmmmm….noch zu weit weg, Da war doch noch die Tankstelle in Viereth, kurz vorm Ziel, das war sicherer. Dort kam ich auch bald an….aber die Tankstelle war noch zu! Mist! Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass Rallies am Schluß entschieden werden, da kann jeder Punkt den Unterschied machen. So bekomme ich einen Beleg her? Geldautomat! In jedem Dorf gibt es doch einen. Und tatsächlich, da war auch schon eine Sparkasse, ich hebe etwas Geld ab, bekomme das Ticket und….es war keine Uhrzeit drauf! Stööööööhn….Sonst war in dem Dorf nichts zu finden. Na gut, dann war es dann halt. Zurück zum Ziel in Unterhaidt. Bevor ich mich zurück meldete, musste noch der allerallerletze Punkt für den Bamberg-Bonus geholt werden: Einfach ein Bild von Bertl’s Harley Laden. Das war’s dann. Eine gute halbe Stunde zu früh, aber im großen und ganzen war ich zufrieden. Es hätte auch ganz anders laufen können. Ich war immer noch fit, obwohl ich seit 48 Stunden nicht mehr geschlafen hatte. Diese Ausdauer hätte ich selbst nicht erwartet. Die Sache mit dem fehlenden Navi hätte auch ziemlich ins Auge gehen können. Ich hatte meine Tankstopp perfekt getimt und keine Zeit an den Bonuspunkten verloren. Das Wetter hatte auch mitgespielt. Die BMW hatte sich auch tapfer geschlagen. Na gut, es könnte immer mehr sein. Die Russische Kirche in Slowenien war ärgerlich, und wenn ich den letzten Ruhepausenbonus noch gekriegt hätte, wären es 1670 Punkte mehr gewesen. Also keine perfekte Rally, aber eine fast perfekte Rally.

7:26 h Last bonus point at the finish. The rally is over!

7:26 h Last bonus point at the finish. The rally is over!

Jetzt galt es nur noch die Papiere korrekt auszufüllen und das Scoring unbeschadet ohne Punktverlust durchzustehen. Ich suchte mir ein ruhiges und warmes Plätzchen und machte meine Papiere fertig. Ich errechnete 74560 Punkte. Hmmm, das war nicht schlecht, das war ungefähr das, was ich erwartet und erhofft hatte. Jetzt noch zum scoren. Ich erwischte Gerhard den Rallymaster. Da konnte ich sicher sein, dass er besonders genau hinschauen würde. Aber es war alles in bester Ordnunug und ich verließ den Tisch ohne einen Punkt verloren zu haben. Prima, jetzt zum Frühstücksbuffet. Wie immer gab es viel zu erzählen und die Anekdoten wurden munter ausgetauscht. Ich war überrascht zu hören, dass so wenige nach Süden gefahren waren. Ich war mir sicher: Auf dem Podium würden Fahrer stehen, die den Weg nach Slowenien angetreten hatten. Es war sogar ein Ruheraum vorhanden, na gut, ich war zwar immer noch nicht müde, aber ich musste anschliessend noch einen 600 km Heimweg anzutreten, da würde etwas hinlegen nicht schaden. Nur mal eben die Ohrenstöpsel rein und ein klein bißchen ausspan……….

Ich wurde von Gerhard geweckt. Ob ich denn kommen könne, sie würden gerne mit der Siegerehrung anfangen. Oha. War ich doch tatsächlich weggenickt. Schlaftrunken torkelte ich in die Garage. Hoppla, alle saßen schon auf den Bänken und warteten, dass es los ging. Und da ging es schon los, Gerhard auf Deutsch und Frank auf Englisch. Wie immer gab es ein paar Ausfälle (Mensch Jo, das nächste Mal wird das aber was) und es ging los bei Platz 33. Nach und nach ging es Platz für Platz nach vorne. Das dauerte eine Weile und ich wunderte mich, dass die Punkte noch so niedrig waren…anscheinend war mein Ritt gar nicht so schlecht gewesen. Was? Michiel nur auf Platz 11? Er war mir doch dicht auf den Fersen gewesen? (Er hatte vergessen, dass er bei den Alpenpässen mit auf dem Bild sein musste und verlor damit einen Großteil seiner Punkte; er wäre sonst auf dem Treppchen gewesen). Top 10 fing bei knapp 50000 Punkten an (Thomas, bravo). Da war noch Luft. Die nächsten waren Phil und Dave…auch keine schlechten Fahrer, Phil hatte als bester Europäer Platz 14 bei der IBR belegt (!). Benny Watz aus Schweden war auf Platz 5 (gewann 2012 die Magic 12 Rally) mit den mit Abstand meisten Kilometern. Jetzt wurde es spannend. War war der unglückliche Fahrer auf Platz 4? Es war John Young mit knapp 63000 Punkten, mein Ehrenberichterstatter während der IBR. Was hatten all diese Fahrer falsch gemacht? Im Prinzip nichts. Sie waren nur nach Norden statt nach Süden gefahren. Die verbleibenden Drei hatten das besser gemacht. Hans Faget, Lyn & Kevin Weller und ich.

Tja, wir drei waren alle nach Süden gefahren. Wie vermutet war dies die winning route. Ich freute mich riesig über den dritten Platz von Hans auf der XBR500. Wir fahren oft zusammen Touren und es war nach meinem zweiten Platz bei der Brit Butt Rally schon das zweite Mal in diesem Jahr dass eine XBR auf dem Treppchen stand. Hans ist immer ganz entspannt aber flüssig unterwegs und setzte mit 63830 Punkten ein Zeichen. Da blieben nur noch die Wellers und ich. Die beiden waren fast schon auf vierte Plätze abonniert und jetzt so weit vorne. Sie haben auch bei der Iron Butt Rally toll abgeschnitten. Man muss sich immer wieder vor Augen führen was eine Rally mit Sozius bedeutet. Vor allem für die Sozia. Gerhard erwähnte dass zwischen ersten und zweiten Platz stattliche 7000 Punkte lagen. Das dämmerte es mir, dass es unmöglich war, dass die Wellers 81000 Punkte geholt haben konnten. So war es dann auch. Sie kamen auf 67300 Punkte und das bedeutete dass ich meinen Titel verteidigt hatte! So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber ich freute mich natürlich enorm. Ich war der Meute entkommen und durfte eine schöne Glastrophäe in Empfang nehmen.20130929-224930.jpgAnschließend durfte ich auch die Glückwünsche der Mitfahrer entgegennehmen. Die Sache löste sich relativ schnell auf, viele hatten noch einen ordentlichen Nachhauseweg vor sich. Ich war immer noch fit und 600 km mussten heute noch abgespult werden. Das war dann auch bald erledigt und an jenem Abend hatte ich keine Probleme mit dem Einschlafen. Kein Wunder, nach 65 Stunden ohne richtigen Schlaf….

Die Rally war wie immer ein Knaller. Gerhard, Frank und das ganze Rallyteam hatten wie immer Großes geleistet. Die Vorbereitung, die Organisation und die ganzen Bonuspunkte waren spitze und es machte einen Riesenspaß. Hinter so einer so perfekten Rally steckt enorm viel Arbeit. Ich freue mich schon auf die erste Mehrtagesrally in Europa nächstes Jahr, der ET2014. Der Track der Fahrt steht hier, die Resultate hier.

English summary: had a strange feeling before the rally – was double defending champion (won the last EuRR and German Butt Rally in 2005 and 2012) – relaxed arrival – odocheck and rider meeting – electronic bonus point locations distributed: northern route to the Baltic Sea or to south to Slovenia? I went to the hotel for the route planning – after careful calculation it was clear that Slovenia was the winning route. Had massive problems to load the locations on the sat navs – only worked for one of them. Everything well prepared, but couldn’t sleep the whole night! The morning was very chilly – start at 8 a.m. Onto the Autobahn and straight down to Slovenia. Realised that I had no map coverage for Slovenia! Luckily I carried a road map with me and I could locate almost all bonus point locations in Slovenia. Until nightfall, I had bagged all the big and important points in the Julian Alps. The night shift included a lot of alpine passes, but with my recently mounted Krista lights turned the dull BMW head lamp into floodlights. During the night I had no problems apart from sending the text message bonus. Had my obligatory rest break in Tyrol and headed for Munich. Took a picture of the Hofbräuhaus and bagged an extra bonus. Then heading for Bamberg (with a small extra break) where I bagged the big extra bonus by visiting four locations. After 23.5 hours, I arrived 30 min too early at the finish and could save all my points at the scoring table. I had a quick nap and I was waked by Gerhard the Rallymaster who wanted to start the award ceremony. Four people were called to the podium: my XBR500 buddy Hans finished 3rd, Lyn and Kevin Weller, the best rallying couple in Europe, finished 2nd and with a 7000 points lead I won the rally! This was again a great rally, many thanks to Gerhard, Frank and the whole rallyteam for organising again a perfect rally!

4 Gedanken zu „European Road Runner Rally 2013

  1. Hallo „Hutzlmandl“
    Ein sehr gut verfasster Bericht und eine hervorragende Leistung!!!
    Weiterhin viel Glück und Erfolg!!!

    Schöne Weihnachtsfeiertage und alles Gute in 2014 !!!
    Viele Grüße
    Christian Hampel

  2. Hmm… Diesen suedlichen route sieht irrgehendewie bekannt aus.
    Aber, um ein sieger zu sein muss man nicht nur planen, sondern den plan auch fahren…
    Alles toll, Roberto – route, fahrt und bericht: Toll, Toll, Toll!

    Und – den Russische Kirche im nebel zu verpassen ist wirklich nicht schwierig.
    Hab ich auch gemach, mit ein paar kehren – obwohl mein navi tadellos funktioniert hast.

    Gr

    Hampe

  3. Tja, wie Hampe schon schrieb: Nicht nur eine gute Planung ist wichtig, man muß es dann auch so durchziehen!!!

    Super gemacht und toller Bericht, alleine beim Lesen bekommt man doch schon Lust auf die nächste Rally!

    Frohe Weihnachten aus Koblenz!!!

    Rainer

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